Schreinerarbeiten für Architektur-Hochglanzband

Fachbuch für Apotheker und Architekten würdigt Entwürfe und Ausfertigung der Schreinerei Ober Holz & Design

Mehring, im August 2019 (ANA/PNP). „Apotheken – eine Bauaufgabe im Wandel“ unter diesem Motto betrachtet ein opulenter Architekturband die Gestaltung von Verkaufsräumen von Apotheken im gesamten deutschsprachigen Raum. Mit vertreten sind Arbeiten der Schreinerei von Thomas Ober in Mehring im Landkreis Altötting. „Wir haben uns nicht einmal für den Architekturband beworben“, sagt Thomas Ober, der das 1932 gegründete Unternehmen nun in dritter Generation führt, „ die Herausgeber sind auf uns zugekommen.“

„Noch hat der neue Kommissionierautomat nicht überall das Generalalphabet verdrängt, da kehren bereits Apothekerschränke zurück. Auch Touchscreens in der Frei- und in der Sichtwahl bieten die Möglichkeit neuer Gestaltung. Gewonnener Raum wird für ein modernes Shoppingerlebnis, für intime Beratungszonen oder gemütliche Ruheinseln genutzt“, beschreiben die Autoren die Trends in der Ausstattung von Apotheken.

Der Band zeigt in mehr als 60 zeitgenössischen Projekten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, wie dieser Spagat gelingt. Mehr als 500 Fotografien und Pläne illustrieren die Texte, in denen Anforderungen und Ziele der jeweiligen Gestaltung erörtert werden. Eine umfassende Einführung zu Bedingungen und Geschichte des Apothekenbaus sowie eine Reportage zu einer Versuchsapotheke, die immer wieder umgestaltet wird, helfen dem Leser, die spezifischen Erfordernisse dieses einzigartigen Bautyps zu verstehen.

Den Bau und Innenausbau von Apotheken zählen die Fachleute zu den wohl interessantesten Bauaufgaben. Ein klassischer Wettbewerb über Produktpreis und Qualität findet hier nicht statt oder nur bei einem Teil des angebotenen Sortiments, der nicht im Zentrum der eigentlichen Tätigkeit steht. Somit wird – neben Kompetenz und Freundlichkeit – der Raum zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Holz und Design sind für die Firma Ober untrennbar miteinander verbunden und seit jeher eine Herausforderung. „Wir bieten unseren Kunden maßgeschneiderte Konzepte“, sagt Thomas Ober. „Das ist unsere Stärke und die spielen wir nicht in der Ausstattung von Apotheken aus, obwohl der Fachbetrieb dafür seit rund 50 Jahren im gesamten deutschsprachigen Raum einen Namen hat.“

„Unsere Stärke liegt im Möbelbau und in der Objekteinrichtung“ ergänzt Thomas Ober, egal ob es sich um private Wohnräume, Praxen, Büros, Kanzleien oder Cafés oder Ladeneinrichtungen handelt. Der gute Ruf in der Ausstattung von Apotheken kann allerdings zu Missverständnissen führen.

Als vor nicht allzu langer Zeit ein Fachgeschäft in Burghausen neue Ausstattung erhielt, da habe ein Passant gefragt: „Aha, kommt da eine Apotheke rein?“, schildert Thomas Ober das Erlebnis. Dabei hat das Unternehmen auch das Betriebsrestaurant der 2018 eröffneten Kreutzpointner-Zentrale, oder erst jüngst in Zusammenarbeit mit Oberhaizinger IDP die Pass-Kontrollstationen für den Flughafen Castrup in Kopenhagen gefertigt (die Heimatzeitung berichtete).

Die Tradition des Unternehmens beginnt im 19. Jahrhundert - oder noch früher – in Niederbayern, zwischen Tann und Untertürken. Dort sind bereits die Vorvorfahren Schreiner. Einen eigenen Betrieb gründet allerdings erst der Großvater im Jahr 1932, als er nach Burghausen umzieht.

Nach dem schwierigen Start zur Zeit der Weltwirtschaftskrise etabliert sich das Unternehmen eher durch Zufall in den 1960-er Jahren im speziellen Markt des Apothekenbaus, den es seitdem konsequent entwickelt und erfolgreich besetzt. 1963 hatte Ludwig Ober den Betrieb übernommen und mit der Einrichtung der Robert-Koch-Apotheke in Burghausen den ersten Auftrag in diesem Segment ausgeführt.

In den vergangenen Jahrzehnten hat der Betrieb, der 1972 nach Mehring umgesiedelt ist, eigene Innenarchitekten, rund 15 Mitarbeiter, darunter im Schnitt ein bis zwei Lehrlinge, beschäftigt und weit über 600 Apothekeneinrichtungen in ganz Deutschland, zum Teil auch im Ausland, gebaut.

„Die Kompetenz, die wir hier haben, setzen wir auch in der Konzeption und im Bau von Laden- und Wohnungs- oder Objekteinrichtungen im gehobenen Segment ein,“ sagt Thomas Ober. Nach der Schreinerlehre studierte er an der Fachhochschule Rosenheim, machte sein Diplom und beschäftigt außerdem eigene Innenarchitekten in der Firma. Mit dem 1. Platz im Wettbewerb „Die gute Form“ und dem 2. Platz in der Innung überzeugte heuer auch ein Lehrling aus dem Hause Ober in der Gesellenprüfung der Schreiner.

Nur durch ein komplettes Angebot, von der Planung bis zur Ausführung, habe ein Betrieb noch eine Chance sich im Markt zu profilieren, sagt Thomas Ober. Zum Konzept gehört deshalb auch die Dienstleistung, andere Gewerke in der Innenausstattung zu koordinieren, etwa die Arbeit der Maler, Fliesenleger oder Elektriker ebenso wie die innenarchitektonische Abstimmung von Farbtönen, von Teppichmustern und Vorhängen.